Standorte für den Spitzensport
Innovativer Hansebelt

Zwischen Olympia und Ostseestrand

Im Norden und Süden des Hansebelts bieten zwei Orte eine renommierte Bühne für Leistungssport. Während in Ratzeburg der Ruder-Nationalkader trainiert, zeigt die Wassersportelite auf Fehmarn ihr Können – mit Strahlkraft auf Tourismus und Wirtschaft.

Es ist das Mekka des deutschen Rudersports und Anlaufstation für Deutschlands Top-Athletinnen und Athleten. In der Ruderakademie Ratzeburg des Deutschen Ruderverbandes kommt der Ruder-Nationalkader kurz vor wichtigen Wettkämpfen zur „Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung“ zusammen. Zuletzt im August – nur wenige Wochen vor den Ruder-Weltmeisterschaften 2026 in Amsterdam. In Ratzeburg konzentrieren sich die Sportlerinnen und Sportler dann gezielt auf die Abläufe im Team und auf die wichtige Regeneration vor dem Wettkampf.

Von Ratzeburg zur Weltmeisterschaft nach Amsterdam

„In Ratzeburg haben wir perfekte Möglichkeiten, um an Land und auf dem Wasser zu trainieren. Sowohl auf dem Ratzeburger See als auch auf dem Küchensee, teilweise mit Regattabahnen und mit jeweils anderen Windverhältnissen – das ist einzigartig in Deutschland“, sagt Marcus Schwarzrock, Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Die 1966 gegründete Ruderakademie ist der einzige Standort dieser Art in Deutschland, der dem DRV gehört. 2024 wurde die Akademie mit Bundes- und Landesmitteln umgebaut und verfügt heute über erstklassige Trainings- und Krafträume. Hinzu kommen mehr als 50 Betten, eine eigene Großküche und Seminarräume für das bundesweite Trainings- und Bildungszentrum des DRV, die in dem Bau auf dem Domhof Platz finden.

Marcus Schwarzrock im weißen DRV-Hemd vor dem Ratzeburger See

Marcus Schwarzrock, Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes. Foto: IHK/Tietjen

„

In Ratzeburg haben wir perfekte Möglichkeiten, um an Land und auf dem Wasser zu trainieren. Sowohl auf dem Ratzeburger See als auch auf dem Küchensee, teilweise mit Regattabahnen und mit jeweils anderen Windverhältnissen – das ist einzigartig in Deutschland.

Marcus Schwarzrock
Cheftrainer des Deutschen Ruderverbandes

Sarah Wibberenz im schwarzen Shirt im Kraftraum der Ruderakademie

Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Amsterdam: Nationalkader-Ruderin Sarah Wibberenz im Trainingsraum in Ratzeburg. Foto: IHK/Tietjen

Eine der Nationalruderinnen ist Sarah Wibberenz, die in Amsterdam im Doppelzweier angetreten ist. Während der Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung stehen jeden Tag mehrere Trainingseinheiten auf dem Wasser sowie Übungen im Kraftraum und anschließender Physiotherapie auf dem Programm. Was für sie die Ruderakademie besonders macht? „Wir haben hier ideale Möglichkeiten, um an der Gruppendynamik zu arbeiten. Gleichzeitig können wir hier an hochmodernen Geräten sehr spezifisch trainieren. Bei den Einheiten auf dem Ruderergometer schauen wir direkt auf dem Ratzeburger See. Das macht Ratzeburg auch im internationalen Vergleich zu einem Top-Trainingsstandort“, so Wibberenz.

Die prominente Trainingsstätte hat sich inzwischen herumgesprochen. So bietet die Stadt Ratzeburg die öffentliche Führung „Ratzeburg, die Ruderstadt“ an. Für weitere Neugierige wird wohl der Kinofilm „Adams Acht“ sorgen, der seit September in deutschen Kinos zu sehen ist. Denn die Filmbiografie über den bekannten Rudertrainer Karl Adam wurde auch rund um die Ratzeburger Ruderakademie gedreht.

Ruderinnen tragen ein gelbes Boot über den Steg vor der Ruderakademie Ratzeburg

Der Ruder-Nationalkader beim Training vor der Ruderakademie Ratzeburg. Foto: IHK/Tietjen

Vierer des Ruder-Nationalkaders am Steg auf dem Ratzeburger See

Auf dem Ratzeburger See und dem Küchensee trainiert der Ruder-Nationalkader. Foto: IHK/Tietjen

Mekka für deutschen Surf- und Wassersport

Viele Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland zieht es auch nach Fehmarn. Die Sonneninsel hat sich seit Jahren als Wassersport-Hotspot etabliert. So lockt das Surf-Festival Fehmarn jährlich rund 30.000 Besucherinnen und Besucher auf die Insel. Und die Liste weiterer Sportevents ist lang – außer Festivals zu Wassersportarten wie Wind- und Foilsurfen gibt es zum Beispiel auch einen Marathon und einen Triathlon. 2027 werden das beliebte Surf-Festival und das Foil-Festival fusionieren. Vor allem die Wassersportfestivals geben der Insel wichtige Impulse und runden den klassischen Urlaubstourismus ab.

Luftaufnahme des Surf-Festivals Fehmarn mit Zelten, Surfbrettern und Segeln am Strand

Das Surf-Festival Fehmarn lockt jedes Jahr rund 30.000 Besucherinnen und Besucher auf die Insel.

„Das Surf-Festival an Himmelfahrt und die Laufevents, die im September stattfinden, verlängern die Saison. Gleichzeitig sind sie stark imageprägend für Fehmarn“, sagt Dana Zielinski, Veranstaltungsleiterin beim Tourismus-Service Fehmarn. Neben dem sportlichen Wettkampf und der medialen Aufmerksamkeit profitiert die Insel während der Events durch steigende Kurabgaben und einer höheren Buchungslage im Gastgewerbe.

„

Das Surf-Festival an Himmelfahrt und die Laufevents, die im September stattfinden, verlängern die Saison. Gleichzeitig sind sie stark imageprägend für Fehmarn.

Dana Zielinski
Veranstaltungsleiterin beim Tourismus-Service Fehmarn

Den Wassersportfestivals kommt laut Dana Zielinski die touristische Infrastruktur zugute. „Öffentliche WCs und Duschen, Stromanschlüsse und Nahversorgung sind am Südstrand ausreichend vorhanden und stehen den Festivalbesuchern zur Verfügung. Dadurch lassen sich viele Veranstaltungskosten sparen, die die Finanzierung erleichtern“, sagt Zielinski. Aktuell suchen der Tourismus-Service Fehmarn und die Stadt Fehmarn jedoch nach einer neuen Veranstaltungsfläche. Denn am Südstrand wird bald ein großer Hotelkomplex entstehen. Das kommende Surf-Festival öffnet vom 6. bis 9. Mai 2027 an der Westmole als vorübergehender Ausweichstandort seine Türen.

surffestival_2025_Sascha_Schuermann_0482_th
surffestival_2025_Sascha_Schuermann_0424_th
surffestival_2025_Sascha_Schuermann_0207_th

Fotos: Sascha Schuermann

Autor: Benjamin Tietjen · IHK-Redaktion Lübeck · redaktion@luebeck.ihk.de

Logo der IHK zu Lübeck

Wirtschaft im Hansebelt – Das Magazin der IHK zu Lübeck

Ausgabe Oktober / November 2026

Zwischen Olympia und Ostseestrand